Tolles Angebot - aber die doppelte Belastung ist nicht zu unterschätzen
Seit ein paar Jahren bietet das Karl-Schiller-Berufskolleg den doppelqualifizierenden Bildungsgang für Auszubildende des Ausbildungsberufes „Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste“ (FaMI) an. Dieses Angebot ermöglicht es dem Azubi, neben dem Berufsabschluss, zusätzlich die Fachhochschulreife (FHR) zu erwerben. Man wird vor Beginn der Berufsausbildung zur/zum „FaMI“ vom zukünftigen Ausbildungsbetrieb über die Möglichkeit der Doppelqualifikation informiert.
Zum einen muss natürlich die formale Voraussetzung zum Einstieg in den doppelqualifizierenden Bildungsgang erfüllt sein - man muss zu Beginn der Ausbildung die Fachoberschulreife (FOR) besitzen. Zum anderen muss man sich darüber im Klaren sein, dass der Erwerb des Fachabiturs nicht nur eine Chance ist, sondern auch die Bereitschaft erfordert, zusätzliche Zeit zu investieren - in der ohnehin schon knappen Freizeit und alles neben der Ausbildung. Denn die Berufsausbildung steht an erster Stelle, ein guter Berufsabschluss sollte durch die Doppelbelastung nicht gefährdet werden.
Auszubildende mit der Absicht das Fachabitur zu erwerben, nehmen neben dem normalen Berufsschulunterricht an einem erweiterten Unterricht in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften (nur im ersten Ausbildungsjahr) teil. Hierbei handelt es sich um zusätzliche drei Wochenstunden. Man sollte nicht den Fehler machen und denken: „Was sind schon drei Stunden? Das schaffe ich doch mit links!“ Hinzu kommen ja noch die Hausaufgaben, die sich nicht von alleine machen; Referate, die vorbereitet werden wollen und dann stehen natürlich auch noch zusätzliche Klausuren an. Für den Erwerb der Fachhochschulreife ist jeweils eine schriftliche Prüfung in Deutsch, Englisch und Mathematik zum Ende der Oberstufe abzulegen. Die Prüfungsphase ist die arbeitsintensivste Zeit für die Doppelqualifikanten, denn die Fachhochschulreife-Prüfungen fallen zeitnah mit den Berufsabschluss-Prüfungen an.
Doch man bekommt ja auch etwas für die harte Arbeit: Man erhält die Berechtigung an einer Fachhochschule zu studieren. Man weiß ja nie, wohin einen der berufliche Werdegang noch trägt. Außerdem erhöhen sich die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, denn eine Person, die eine solche Belastung erfolgreich auf sich genommen hat, gilt bei Personalchefs als leistungsbereit, leistungsfähig und belastbar. Solche Mitarbeiter wünscht sich jede Einrichtung.
Zu Beginn unserer Ausbildung (2007) begannen 14 Auszubildende die Doppelqualifikation. Davon hielten 12 bis zum Ende durch. Die anderen beiden haben sich nach einiger Zeit entschlossen, sich voll dem Berufsabschluss zu widmen.
Die Lehrerinnen und Lehrer stehen einem immer mit Rat und Tat zur Seite. Sie bieten jederzeit Beratungsgespräche an und motivieren die Schülerinnen und Schüler. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Herrn Wilms (Deutsch), Frau Deininghaus (Englisch), Frau Lübke (Mathe) und Frau Vossler (Naturwissenschaften).
Das Resümee ist durchweg positiv. So gut wie alle würden dieses Angebot noch einmal nutzen, wenn wir noch einmal die Chance hätten, die Ausbildung zu beginnen. Trotz der vielen Arbeit und den teilweise durchgemachten Nächten.
Britta Becker
Von links nach rechts: Elli Petker, Miriam Schlomann, Sabrina Pietscheck, Jana Hanowell, Sofie Höfken, Vanessa Büße, Philipp Helmers, Katharina Wolfgramm, Kristina Buscholl, Janine Wienhold, Britta Becker, Ann-Kathrin Nowak. Alle Auszubildenden haben die Fachrichtung Bibliothek. (Foto: KSBK)
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