Amerikanische Gäste am Karl-Schiller-Berufskolleg
Am 17.03.2010 trafen fünf amerikanische Schülerinnen und ihre Lehrerin Mrs Watkins in Dortmund ein, um 14 Tage Eindrücke vom Arbeitsleben in Deutschland und dem ‚German Way of Life‘ zu gewinnen.
Maria unterrichtet an unserer Schule
Die fünf Schülerinnen Adreana Hales, Caitlin Mollica, Jessica Woytus, Maria Ruggiero und Meghan O’Keefe besuchen in den USA das Polaris Career Center in Middleburg Heights, Ohio, das seit 2002 Schüleraustausche mit dem KSBK durchführt und seit 2003 dessen offizielle Partnerschule ist. Am Polaris Career Center können die Schülerinnen erste pädagogisch-didaktische Qualifikationen erwerben, die dann bei einem späteren Lehramtsstudium das Studium erleichtern und verkürzen können.Jessica in der Grundschule
Wie auch in den letzten Jahren wohnten die US-Gäste in deutschen Gastfamilien, die zwei Wochen jeweils ein weiteres ‚Familienmitglied‘ bei sich hatten.
Caitlin in der Praktikumsschule
Wir könnten ein Buch schreiben über die Erlebnisse, die wir in den letzten zwei Wochen miteinander gemacht haben. Hier ein kurzer Einblick:
Am ersten Tag unterrichteten die US-Schülerinnen im Wirtschaftsgymnasium zwei 12er und zwei 13er-Kurse. Die Amerikanerinnen hatten jeweils eine Unterrichtsstunde zum American Dream didaktisch-methodisch vorbereitet und führten diese im KSBK durch. Mithilfe von Methoden, die durchaus auch den Schülerinnen und Schülern des KSBK vertraut sind, wie z. B. audio-visuellen Präsentationen oder Venn-Diagrammen erörterten die Schüler aus beiden Nationen, inwieweit der American Dream in Zeiten von Wirtschaftskrise und Globalisierung noch heute gültig oder auch auf die Deutschland und andere Industrienationen übertragbar ist. Erste kulturelle Unterschiede wurden deutlich, aber auch viele Gemeinsamkeiten betont.
Eis essen in Dortmund
Insgesamt sechs Tage verbrachten die amerikanischen Schülerinnen an Grund- und Realschulen, an denen sie hospitierten oder selbst im Unterricht aktiv wurden.
Wibke, Jessica und Meghan am Bahnhof DO
Die Nachmittage wurden genutzt, um die Erfahrungen zu dokumentieren, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zu besuchen, aber auch um Eis essen zu gehen und sich mit gleichaltrigen Deutschen zu treffen.
Burghausen
Ein Highlight des Austauschs war sicherlich die gemeinsame Fahrt von Amerikanerinnen und Deutschen nach Bayern. Hans Demmelhuber, Seniorchef der Firma Baierl und Demmelhuber in Töging am Inn, sponserte sehr großzügig die Fahrt, weil er sich seit Jahren für besondere soziale Projekte, vor allem im Jugendbereich, engagiert.
So fuhren wir zunächst mit dem ICE nach München, wo wir herzlich in Empfang genommen und uns die interessantesten Stellen der Stadt gezeigt wurden. Die Turmbesteigung des ‚Alten Peter‘ und die Aussicht von oben auf München waren überwältigend.
Am Abend ging es nach Engfurt, wo wir in einem Gutshof übernachteten, der ein sehr bayerisches Flair hatte und zu dem sogar eine Gutskapelle gehörte, die in Privatbesitz ist und nach wie vor genutzt wird.
Eis auf der Burg
Von diesem Gutshof unternahmen wir Ausflüge, die Herr Demmelhuber für uns im Vorfeld vorbereitet hatte und auch mit uns durchführte oder durchführen ließ. So fuhren wir z. B. mit firmeneigenen Kleinbussen nach Burghausen und besichtigten im Rahmen einer Führung die längste Burg der Welt und bestaunten danach die Basilika, die Neue Schatzkammer und die Gnadenkapelle in Alt-Ötting, dem „Herzen Bayerns“.
Mrs Watkins und ihre Schülerinnen in Burghausen
Am nächsten Morgen gingen wir zum Sitz der Firma Baierl und Demmelhuber, besichtigten den Betrieb und lernten im Rahmen einer Beamershow von Herrn Demmelhuber, welche Werte Arbeitgeber erwarten und wie eminent wichtig gute Bildung sowie die Verknüpfung von Schule und Wirtschaft sind. Gute Bildung bedeutet dabei aber nicht zwangsläufig nur gute Noten in allen Fächern. Gutes Auftreten, Engagement, Verantwortungsbewusstsein und die Identifikation mit der Arbeit, die man leistet, zählen mindestens ebenso sehr.
Alt Öetting, Schatzkammer
In diesem Betrieb wurde deutlich, wie soziales Engagement und Unternehmertum Hand in Hand gehen können. Arbeitnehmer und Arbeitgeber stehen füreinander ein, wenn es daran geht, gemeinsame Aufgaben und Probleme zu lösen.
Logbox
Am Nachmittag fuhren uns Mitarbeiter der Firma Baierl und Demmelhuber mit Kleinbussen nach Salzburg, wo wir bei wunderbarstem Sonnenschein die Getreidegasse bis zum Dom entlang schlenderten und Kellner mit österreichischem Schmäh kennenlernten.
Dank an Herrn Demmelhuber
Am letzten Abend in Bayern besuchten wir eine Messe in der Gutskapelle, die extra für unsere Gäste zweisprachig in Deutsch und Englisch gehalten wurde. Es war ein besonderes Erlebnis, das amerikanische, westfälische und bayerische Kultur miteinander verwob.
Auf dem Weg nach Salzburg
Danach gab es ein großes Abschiedsessen im neuen Seminarhaus ‚Netzwerk‘, das erst zu Beginn des Monats von der Firma Baierl und Demmelhuber fertig gestellt worden war. Die Architektur, die symbolisch die Geschichte des Ortes Töging am Inn verarbeitete, begeisterte unsere deutsche Schülerin Elena so sehr, dass sie im nächsten Jahr ein Praktikum bei der Firma anstrebt.
Vor der Kapelle Engsfurt
Alle Programmpunkte einschließlich der Mahlzeiten von Frühstück bis Abendessen wurden von Herrn Demmelhuber organisiert und finanziert, sodass wir uns auch auf diesem Wege noch einmal ganz herzlich für seine Großzügigkeit, sein Engagement und seine Warmherzigkeit bedanken möchten. Ebenso danken wir Frau Vogl-Reichenspurner und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die uns bei dieser Fahrt unterstützt und dazu beigetragen haben, dass das lange Wochenende zu einem überwältigenden Erlebnis wurde.
Der letzte Abend gehörte dann noch einmal den Gastfamilien in Dortmund, bevor es am 31. März ein letztes Mal hieß, früh aufzustehen. Schließlich mussten die Gäste pünktlich am Flughafen sein.
An dieser Stelle möchten wir uns außer bei der bayerischen Betreuung auch noch einmal ganz ausdrücklich bei den Gastgeberfamilien bedanken, die mit großem Engagement die amerikanischen Gäste für zwei Wochen als neue Familienmitglieder bei sich aufnahmen und mit großer Liebe und Fürsorge immer für ihre Gäste da waren.
Birgit Hielscher, 01.04.2010


